Elefanten

 

Elefanten sind die größten, noch lebenden Landtiere. Alle heute noch lebenden Elefanten sind stark in ihrem Bestand gefährdet, da ihr Lebensraum beständig schrumpft und sie bis in die jüngste Zeit wegen ihrer aus wertvollem Elfenbein bestehenden Stoßzähne gejagt wurden. Elefanten sind ausnahmslos Pflanzenfresser und ernähren sich vor allem von Gräsern und Blättern, fressen bei Nahrungsknappheit Äste, Dornbüsche und ähnliche Nahrung. Kein Tier ist so eng mit dem Leben der Sri Lanker verwoben wie der Elefant.

Schon bei der Geburt wiegt ein Kalb bis zu 100 Kilogramm.Die Tragzeit ist mit 20 bis 22 Monaten die längste aller Landsäugetiere. Je nach Art kann ein Elefant im Durchschnitt zwischen 2 und 5 Tonnen Körpergewicht und eine Größe von bis zu 4 Metern erreichen.

Der asiatischer Elefant kommt in zwei Subspezies vor: Ceylonischer Elefant und Ceylonischer Marschelefant. Die Zahl der Dickhäuter hat sich seit Beginn des 20. Jahrhunderts um 70% reduziert und wird gegenwärtig auf 3.100-4.400 Exemplare geschätzt, dazu kommen noch etwa 400-600 domestizierte Elefanten, die in Kautschuk- und Kokosplantagen arbeiten.

Beliebteste Nahrung sind Bananen, Zuckerrohr und Reispflanzen. Durchschnittlich 200 kg täglich verschlingt ein ausgewachsener 5 t schwerer Jumbo.

Kein Krieg und kein Fest fand ohne Elefanten statt. Durch die gute Ausbildung der Jumbos waren sie über ihre Grenzen bekannt und ein begehrter Exportschlager. Selbst der Medici Papst Leo X. erhielt 1514 vom König Portugals einen Elefanten zum Geschenk. Das Elfenbein machte ihn jedoch für die kolonialen Großwildjäger zur beliebten Jagdbeute. Heute besitzen nur noch 5 % der Elefanten auf Sri Lanka Stoßzähne im Gegensatz zu den südindischen Elefanten mit 90 %.

Der Elefantengott Ganesha gilt als Beschützer des Dschungels, ein weißer Elefant zählte früher zum Glücksgaranten der Könige. Zahlreiche Heiligtümer sind mit Elefantenreliefs verziert. Der ehrenwerteste Job auf der Insel hat der schönste und mächtigste Elefant, der am jährlichen Esala Perahera als „Maligawa Atha“ die Kopie der Zahnreliquie durch die Straßen Kandys tragen darf – in edelstes Tuch gehüllt, begleitet von ebenfalls mit feinsten Stoffen dekorierten Elefanten.

Das Pinnawela Waisenhaus für Elefanten, 10 km östlich von Kegalle, besteht seit 1975. Es ist die populärste Touristenattraktion der Insel. Heute leben über 65 Tiere auf einem 9 ha großen Gelände am Ma Oya. Die meisten von ihnen sind Opfer eines schwer lösbaren Konfliktes mit der zunehmenden Bevölkerung. Weil ihr Lebensraum immer weiter eingeengt wird, zerstören Elefantenherden Felder oder gar Häuser der Bauern. Durch Feuer oder Gewehrschüsse versuchen die Bewohner die grauen Riesen zu vertreiben. Die zu Waisen gewordenen Elefanten werden im Waisenhaus aufgezogen, kommen später zurück in die Wildnis oder beginnen als Arbeitselefanten. Pinnawela ist außerdem eine der erfolgreichsten Aufzuchtstationen Asiens.

 

Papier aus Elefantendung

Durch seine schnelle Nahrungsverbrennung hinterlässt der Elefant täglich enorme Mengen an Kot. Der von der Sonne getrocknete Kot wird eingesammelt und mit Reisschrot, Teeabfällen- und ganz wichtig - Zimt gemischt, zerstampft und mehrere Stunden gekocht. Aus diesem Brei wird dann das Papier geschöpft. Das handgeschöpfte Papier hat eine weiche, fasrige Struktur. Jeder Papierbogen ist anders, je nach dem, was die Elefanten zuvor gefressen haben. Die Produktion folgt ökologischen Prinzipien. Keine Bleichmittel und chemischen Zusätze geraten an das Papier. Es kommen nur natürliche Substanzen zum Einsatz. Das Papier wird weiterverarbeitet zu Geschenk- oder Briefpapier, als Lampenschirm oder Fotoalbum. Für die Bewohner aus der Umgebung ist das eine willkommene alternative Einkommensmöglichkeit und es hilft, das Überleben der srilankischen Elefanten zu sichern.