Die Anzahl der Haare, die ich auf dem Kopf habe, entspricht der Anzahl der Schläge, die ich in meinem Leben bislang erhalten habe.“

Sagarinas Geschichte

 

Ihre Geschichte beginnt vor 33 Jahren, bei ihrer Geburt. Ihre Eltern sind sehr arm, gehören einer niederen Kaste an. Ihr Vater arbeitet als Fischer, ihre Mutter kümmert sich um den Haushalt, um die Nahrung und um ein wenig Geld, denn Sagarinas Vater trinkt und gibt der Familie kein Geld. Um eins kümmert sich aber Sagarinas Mutter nicht, um den Schutz der Kinder vor dem Vater. Dazu ist sie zu schwach. Tägliche Gewaltanwendungen sind normal und zudem verbietet der Vater Sagarina häufig das Essen. Es gibt in der Hütte kein Bett für sie, geschweige denn einen Platz zum Spielen oder Lernen.

Der Vater verspricht seinem Freund im betrunkenen Zustand seine 13jährige Tochter. Sagarina heiratet mit 14 und muss wegen der Heirat die Schule verlassen. Ihre Hoffnung war durch die Heirat ein besseres Leben zu bekommen, der väterlichen Gewalt entfliehen zu können. Allerdings fing ihr um 10 Jahre älterer Mann sofort nach der Eheschließung ebenfalls an sie zu schlagen. Auch wurde sie sofort schwanger, verlor aber nach 5 Monaten das Kind. Ihre Schwiegermutter, in deren Haus sie nun lebte, zeigte ihr deutlich, dass sie Sagarina nicht mochte und verursachte die Totgeburt.

Ein Jahr später bekam Sagarina ihren ersten Sohn 1992, 1995 und 1998 folgen die nächsten Söhne, 2002 die Tochter.

 Der älteste Sohn darf auch nur 9 Jahre lang zur Schule gehen, für länger reicht das Geld nicht. Jetzt arbeitet er wie der Vater als Fischer.

Sagarinas Kinder hassen ihren Vater, denn zu häufig müssen sie mit ansehen, wie er ihre Mutter schlägt.

2 Jahre vor dem Tsunami nahmen sich Sagarina und ihr Mann ein kleines Grundstück direkt am Meer. Dort bauten sie eine einfache Holzhütte. Sagarina sammelte Korallen und verdiente so etwas Geld für die Nahrung ihrer Kinder.

Am Tag des Tsunamis am 26. Dezember 2004 war Sagarina allein mit ihren Kindern zu Hause. „Ich lebte mit dem Meer und sah die Gefahr kommen.“ Sie konnte sich mit ihren Kindern retten, doch verloren sie alles, was sie besaßen.

Im nächsten Jahr teilten sie sich mit 7 weiteren Personen ein winziges Zimmer in einem Camp. Später erhielten sie das Häuschen in Thalaramba.

Nach wie vor trinkt ihr Mann und beim letzten Vorfall schlug ihr Mann sie mit einer Harke. Sagarina war danach bewusstlos und erlitt eine große Kopfplatzwunde, nicht die erste.

Nun wagte sie den Schritt sich zu trennen und hilft in unserem Projekt großartig mit. Aber ihr fehlt ein eigenes Heim. Sie wird zu ihrem Mann zurückgehen. „Ich werde nie mehr glücklich werden, aber ich brauche einen Platz für meine Kinder.“

Ihre Wünsche: Einen Ort für sich und die Kinder zu haben und ihre Kinder nie so leiden sehen zu müssen.

Solche Schicksale finden wir an so vielen Orten auf der Welt, aber hier in Sri Lanka sehen wir die Möglichkeit mit einer Hilfe beginnen zu können.

Für Sagarina und für die Frauen und Kinder in Thalaramba.